Auf der Bühne und darüber hinaus: Der 12. Jahrgang bringt „Der Klassenfeind“ auf die Bühne
Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler Literatur nicht nur analysieren, sondern verkörpern?
An der Berlin Cosmopolitan School zeigte der 12. Abi-Jahrgang im Fach Darstellendes Spiel eindrucksvoll, wie lebendig Lernen sein kann – mit einer intensiven Inszenierung von Der Klassenfeind von Nigel Williams. Die Aufführung in der Aula war dabei weit mehr als eine Prüfungsleistung: Sie wurde zu einer kraftvollen Auseinandersetzung mit Identität, Macht und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens.
Ein Stück, das unter die Haut geht
Das Stück erzählt von einer Gruppe Jugendlicher, die im Klassenzimmer auf ihren neuen Lehrer – den „Klassenfeind“ – warten. Aus Langeweile entsteht Eskalation, aus Provokation wird ein schonungsloser Blick auf Ängste, Frustration und Sehnsüchte.
Gleichzeitig stellt die Inszenierung eine zentrale Frage in den Raum, mit der sich die Schülerinnen und Schüler intensiv auseinandersetzen mussten: Was passiert innerhalb einer Klassengemeinschaft, wenn der Lehrer – und damit die äußere Ordnung – plötzlich wegfällt und die Gruppe sich selbst überlassen bleibt?
Die Auseinandersetzung mit dieser Situation führt mitten hinein in grundlegende menschliche und gesellschaftliche Themen: Angst, Frustration, Schuld und Macht. Wie entstehen Strukturen in einer Gruppe, die niemand mehr leitet? Welche Dynamiken entwickeln sich, wenn Verantwortung verteilt oder verweigert wird? Und welche Lösungen sind möglich – oder eben auch nicht?
Zentrale Themen auf der Bühne
Die Schülerinnen und Schüler setzten diese komplexen Fragestellungen eindrucksvoll um und machten zentrale Themen greifbar:
- Macht und Ohnmacht
- Zugehörigkeit und Ausgrenzung
- die innere Welt junger Menschen zwischen Druck und Selbstfindung
Vom Probenprozess zur Bühnenreife
Unter der Leitung ihrer Lehrerin Maxi Geithner probte die Klasse einmal pro Woche. Dieser kontinuierliche Prozess verlangte Disziplin, Teamarbeit und Mut – und zeigte eindrucksvoll, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler auf ihre Rollen eingelassen haben.
Darstellendes Spiel an der BCS bedeutet, sich mit Figuren auseinanderzusetzen, Perspektiven zu wechseln und die eigene Ausdruckskraft zu entwickeln.
Ein starkes Ensemble
Auf der Bühne überzeugten:
Julieta Caballero Möller, Elisa Grosse, Cornelius Harloff, Keira-Loren Heineck, Timon Krössin, Emilia Langhoff, Julius Tillmann, Rania Weller, Wanda Winkhaus
Mit großer Präsenz und Authentizität gelang es ihnen, die Vielschichtigkeit der Figuren sichtbar zu machen und das Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Die pädagogische Kraft des Theaters
Theater ist an der BCS Bestandteil ganzheitlicher Bildung. Es stärkt:
- Empathie und Perspektivwechsel
- Selbstbewusstsein und Ausdrucksfähigkeit
- kritisches Denken im Umgang mit gesellschaftlichen Themen
Gerade ein Stück wie Der Klassenfeind fordert dazu heraus, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen, Verantwortung zu reflektieren und die eigenen Handlungsspielräume zu hinterfragen.
Mehr als eine Aufführung
Diese Inszenierung war nicht nur ein Höhepunkt im Abiturjahrgang, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst Bildung vertieft und erweitert.
Sie zeigt: Wenn Schülerinnen und Schüler eine Bühne bekommen, entsteht mehr als Theater – es entsteht ein Raum für Erkenntnis, Dialog und persönliche Entwicklung.
An der Berlin Cosmopolitan School wird genau dieser Raum geschaffen.