KI in der Schule: Verantwortung übernehmen statt abwarten
Beim Event von Novamondo stand eine zentrale Zukunftsfrage im Raum: Wie kann Schule Künstliche Intelligenz so gestalten, dass sie Lernen stärkt, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? In ihrem Vortrag machte Katharina Ehrenfried, Head of Primary School an der Berlin Cosmopolitan School, deutlich, dass KI längst Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist – und Bildung deshalb nicht reagieren, sondern Verantwortung übernehmen muss.
Aus Sicht der Berlin Cosmopolitan School geht es dabei nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um eine bewusste pädagogische Gestaltung. KI verändert bereits heute Lernprozesse, Bewertungsformen und Rollenbilder in Schule. Entscheidend ist, wie wir diese Veränderung begleiten. Ehrenfried zeigte auf, dass Wissen jederzeit verfügbar ist – echte Kompetenz jedoch dort entsteht, wo Schülerinnen und Schüler lernen, zu denken, einzuordnen und verantwortungsvoll zu urteilen.
Ein weiterer Fokus lag auf der sich wandelnden Rolle von Lehrkräften. Technologie kann Lerninhalte personalisieren, Lernstände analysieren und Prozesse erleichtern. Orientierung, Haltung und ethische Einordnung jedoch bleiben zutiefst menschliche Aufgaben. Lehrkräfte werden damit mehr denn je zu Begleiter:innen, Moderator:innen und Gestalter:innen von Lernräumen.
Besonders deutlich wurde der Bezug zur pädagogischen Haltung der Berlin Cosmopolitan School: „Balance Green and Screen Time“. KI wird an der Schule nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Werkzeug – eingebettet in ein Bildungskonzept, das digitale Kompetenzen ebenso ernst nimmt wie Naturerfahrung, Gemeinschaft und persönliche Begegnung. Bewusst gestaltete Bildschirmzeit braucht bewusst gestaltete Naturzeit. Technologie kann individualisieren – Gemeinschaft und Natur humanisieren.
Im Austausch mit Experten und Expertinnen aus Wirtschaft und Wissenschaft, wurde zudem klar: Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern in der Verantwortung. Schulen prägen Bildungsbiografien – ob sie KI aktiv gestalten oder nicht. Die Frage ist daher nicht, ob KI Einzug in Schule hält, sondern unter welchen ethischen, pädagogischen und gesellschaftlichen Leitlinien.
Der Abend bei Novamondo zeigte eindrücklich, wofür die Berlin Cosmopolitan School steht: weniger Angst vor neuen Technologien, mehr Gestaltungswille. Weniger Kontrolle, mehr Kompetenz. Und vor allem eine klare Haltung, dass die Zukunft von Bildung nicht im Verbot und nicht in unkritischer Begeisterung liegt, sondern in reflektierter Führung.