Viele Stimmen, eine Schule: Warum Kunst und Musik Bildung prägen
Wie klingt Bildung?
Manchmal wie ein Cello, das vergessene Komponistinnen wieder hörbar macht.
Manchmal wie eine Gitarre, die Erinnerungen aus Madrid mitbringt.
Und manchmal wie ein Chor, der auf Zulu singt – bis plötzlich der ganze Saal einstimmt.
In den vergangenen Wochen wurde an der Berlin Cosmopolitan School einmal mehr deutlich:
Musik und Kunst sind keine Ergänzung zum Unterricht – sie sind eine eigene Sprache des Lernens.
One World, Many Voices: Musik als gelebte internationale Bildung
Unter dem Motto „One World, Many Voices“ führte das diesjährige World Music Concert das Publikum auf eine musikalische Reise über Kontinente und Kulturen hinweg.
Der Abend begann mit einem bewegenden Moment: Drei Kolleginnen und Kollegen spielten ein irisches Stück zum Gedenken an Tom Fanore, der dieses Konzert über viele Jahre geprägt hat. Seine Leidenschaft für Musik war im Raum spürbar. Danach öffnete sich die Bühne für eine Vielfalt musikalischer Perspektiven.
Orchestra Brio, unter der Leitung von Bridget Kinneary und unterstützt von Chrysanthi Gerogiannaki und Benjamin Salsbury, erfüllte den Saal mit der energiegeladenen Komposition Mango and Marmelade. Das Advanced Guitar Ensemble, geleitet von Joey Ryan, spielte ein spanisches Stück, das die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Reise nach Madrid gelernt hatten – Musik als unmittelbare Erweiterung eigener Erfahrungen. Auch die jüngeren Schülerinnen und Schüler zeigten ihre Kreativität: Die siebte Klasse präsentierte ein Projekt über Musik in fremden Kulturen, darunter eine Originalkomposition von Yalo, inspiriert von historischen indischen Themen.
Besondere Momente entstanden auch in den Solobeiträgen: Nike interpretierte The Fool on the Hill von den Beatles mit Gesang, Klavier und Pfeifen. Alma präsentierte ein introspektives Gitarrenstück über den Ursprung von Geschichten. Und der Abiturient Konstantin entschied sich, seine Fahrstunde abzusagen, um möglicherweise ein letztes Mal für das BCS-Publikum zu spielen. Den Abschluss bildete der neu gegründete BCS Community Choir, geleitet von Douglas Weber. Ein südafrikanisches Lied in Zulu verwandelte sich nach und nach in ein gemeinsames englisches Mitsingen – und wurde zu einem musikalischen Symbol für Gemeinschaft.
Internationaler Frauentag: Vergessene Stimmen hörbar machen
Auch im Vorfeld des Internationalen Frauentags spielte Musik eine besondere Rolle. Bei einem Mittagskonzert präsentierte die Cellistin Lillia Keyes Werke von Komponistinnen, die in der Musikgeschichte lange übersehen wurden. Das Konzert entstand in Zusammenarbeit mit der Initiative Forgotten Female Composers. Der eindrücklichste Moment kam, als Lillia die Schülerinnen und Schüler fragte: „Wer von euch spielt ein Instrument?“
Fast jede Hand im Raum ging nach oben. An der Berlin Cosmopolitan School ist das kein Zufall. Musik gehört seit den Anfängen der Schule zum pädagogischen Selbstverständnis – als Ausdruck von Kreativität, Identität und kulturellem Verständnis. Auch eine Eigenkomposition der Zehntklässlerin Oana wurde aufgeführt. Sie zeigt, wie künstlerische Bildung junge Menschen dazu ermutigt, nicht nur Musik zu interpretieren, sondern eigene Ideen zu entwickeln.
Die Welt sehen durch Kunst
Kreativität zeigt sich an der BCS nicht nur in Musik, sondern auch in der bildenden Kunst.
Die BCS 12th Grade Art Exhibition, Teil der Abschlussprüfung im IB Diploma Programme Visual Arts, präsentierte die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler, die sie über zwei Jahre hinweg entwickelt haben.
Werke wie „The Torso“ von Kayleigh oder „Social Grins“ von Antoine Vallier verdeutlichen die Vielfalt der künstlerischen Perspektiven und Themen, mit denen sich die jungen Künstlerinnen und Künstler auseinandersetzen.
Die Ausstellung markiert einen wichtigen Moment im Schuljahr: Hier wird sichtbar, wie Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Fragen, Gedanken und Beobachtungen in eine künstlerische Form übersetzen.
Warum Kunst Bildung verändert
Warum ist das wichtig?
Weil Musik und Kunst die Art verändern, wie junge Menschen die Welt wahrnehmen. Wer musiziert, komponiert, malt oder ausstellt, lernt zuzuhören, zu interpretieren und eigene Perspektiven auszudrücken. Kreativität, Empathie und kulturelles Verständnis entstehen oft genau in diesen Momenten. Fähigkeiten, die in einer global vernetzten Welt wichtiger sind denn je.
An der Berlin Cosmopolitan School gehört diese Überzeugung von Anfang an zum Bildungsverständnis: Global Citizens zu bilden bedeutet nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Kreativität zu fördern. Denn manche der wichtigsten Lektionen werden nicht gesprochen.
Sie werden gespielt.
Gesungen.
Oder auf eine Leinwand gemalt.